Aktuelles

Neue Veröffenlichung

Beitrag von Günter Friedmann und Nicole  Karaphyllis in: Naturphilosophie, Hrsg. Thomas Kirchhoff, u.a.; utb 2017. Mehr dazu:

Marmelade & Bienen

Lamarkii-Bienen-Projekt

Zum Lamarkii-bienen Blog: blog

Neuer Artikel über das Lamarkii-Projekt:
Zum Artikel

Termine

Nächste Termine
15.09. Münchner Wissenschaftstage, Vortrag im Oekom-Verlag
21.10. Seminar Martina Gebhart Naturkosmetik

Infos:

Schwartau_Logo_Nov13 140912_Trademark_bee_careful_Logo kl HOBOS Logo
Wir freuen uns über die Förderer und Partner des Projektes.

Marmelade & Bienen: das gehört zusammen!

Ein starkes Team: Schwartauer- und Hero-Marmeladen, Prof. Dr. Jürgen Tautz (HOBOS, Universität Würzburg) und Günter Friedmann.

Informationen über die Entwicklung unseres Lamarkij-Projektes können Sie auf unserem Blog verfolgen!

09.03.2016: Strategietreffen in Cairo auf dem Foto (nicht in Reihenfolge!):Demeter-Imkerei-Friedmann
Dr. Portius (Schwartau),Mohamed Mahallawy (Vitrac),unsere ägyptischen wissenschaftler: Dr. Mustafa, Dr. Adham, Dr. Fatallah, Dr. Sobbhy, unser Imker Islam, Angela Hofmann von SEKEM, Günter und Matthias Friedmann und Hardy Vierle (Hobos)

 

 

Seit 2007 arbeiten wir in Ägypten in unserem SEKEM -Bienenprojekt: Eines unserer Ziele war der Erhalt und die Rettung der dort heimischen Biene Apis M. Lamarkij, die vom Aussterben bedroht war.
Im Jahr 2015 ergaben sich für uns überraschende neue Möglichkeiten. Schwartauer  Marmeladen aus Ostholstein bei Lübeck – das traditionsreiche Unternehmen ist Ihnen sicherlich ein Begriff – hat sein Herz für Bienen entdeckt und engagiert sich seit 2014  stark für den Erhalt und den Schutz der Honigbienen in Ägypten:
Im Zuge der Nachhaltigkeitsinitiativen der Schwartauer Werke, einer Tochter der schweizerischen Hero, erhielt  das Thema Biene  einen besonderen Fokus. Gruppenweit wurde  www.bee-careful.com, eine Initiative zum Schutz der Bienengesundheit und für Fruchtvielfalt, ins Leben gerufen.
Nun können wir, gut ausgestattet und unterstützt insbesondere von Dr. Sebastian Portius, einem der Geschäftsführer von Schwartau, in den nächsten 3 Jahren daran arbeiten, sowohl die ägyptische Biene, Apis mellifera lamarkij, zu retten, als auch ein Pilotprojekt für eine gesunde extensive Imkerei aufzubauen, sowie neue Wege in der Frage naturgemäßer Bienenwohnungen gehen. Darüber hinaus wollen wir Versuche starten, um die dortigen Honigbienen vor den aggressiven Hornissenpopulationen zu schützen. Dies alles ist eine schöne, neue Herausforderung, bei der wir auf die Erfahrungen aus der Arbeit der vergangenen Jahre aufbauen können.
Die Unterstützung  kam zur rechten Zeit –  denn es ist dringend notwendig, schnell zur Erhaltung der nur im Niltal lebenden Lamarkij Biene tätig zu werden um diese vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren. Vor 50 Jahren lebten in Ägypten noch etwa eine Million Völker dieser Bienenrasse. Vor 10 Jahren waren es dann noch 8000 Völker und jetzt ist der Bestand auf etwa 1000 Völker gesunken. In ganz Ägypten gibt es nur noch fünf oder sechs Imker, die mit dieser Biene arbeiten.
Ohne aktives Eingreifen ist das Aussterben dieser indigenen Biene vorprogrammiert. Das wäre sehr schade, da diese Bienenrasse zwar niedrigere Honigerträge bringt, dafür allerdings optimal an Klima und Vegetation in Ägypten angepasst ist. Diese Biene kennt dank eines ausgeprägten Putztriebes keine Brutkrankheiten, baut wunderbaren Naturwabenbau und ist eine eifrige „Schwärmerin“. Darüber hinaus konnten wir eine Resistenz gegenüber der Varroamilbe beobachten. Jedenfalls waren bei unseren bisher gehaltenen Völkern von Apis M. Lamarkij keine Maßnahmen zur Bekämpfung der sonst so gefährlichen Varroamilbe mehr notwendig. Davon hatte ich Ihnen bereits berichtet und dieser Frage wollen wir nun auch wissenschaftlich nachgehen.
Erste Erfolge konnten wir schon erzielen: Dank der Unterstützung ägyptischer Wissenschaftler ist es uns gelungen 600 Völker der Apis M. Lamarkij zu kaufen. Diese werden an unseren Standorten aufgestellt und in der nächsten Zeit in an das Raumvolumen und die Wabengröße der alten Nilschlammröhren angepassten Top-Bar-Hives umlogiert. Im Jahr 2016 wollen wir den Bestand vergrößern, um einen genügend großen Genpool aufzubauen, damit die Gefahr des Aussterbens minimiert wird. Gleichzeitig haben wir Flächen gepachtet, auf denen attraktive Bienenweide ausgesät wurde, um so die Ernährungssituation der Bienen zu verbessern – was wegen der notwendigen Bewässerung in Ägypten recht teuer ist.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Allianz von Marmeladen und Bienen in Zukunft sehr erfolgreich sein wird.

Vortrag von Günter Riedmann bei einem IFOAM-Workshop auf der Biofach 2016 in Nürnberg: PDF
Die Powerpoint-Präsentation als PDF-Datei  finden Sie hier.

Fotos unten: ein traditioneller ägyptischer Imker, Bienenwabe und die Demeter-Imkerei ägyptenüblichen Röhren aus Nilschlamm.

Die Wabe ist aus unseren Carnica-Völkern und das Ergebnis einer guten Selektion:  geschlossene schöne Brutnester, keine Brutkrankheiten mehr – Trotz des Verzichtes auf den Einsatz von Antibiotika.

Günter Friedmann

Demeter-Imkerei Friedmann